Herren

Thüringenliga
Dienstag, 16. Januar 2018

Vorentscheidung verpasst

geschrieben von Sebastian Ziehn
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Am ersten Spieltag des Jahres 2018 reisten die TU-Volleyballer mit sieben Siegen und zwei Niederlagen im Gepäck als Tabellenführer nach Eisenach. Man erwartete ein spannendes Spitzenspiel, da die Gastgeber aus der Wartburgstadt lediglich ihr erstes Saisonspiel – eben gegen den SV TU Ilmenau mit 1:3 verloren und seitdem sechs Spiele in Folge gewannen und auf Tabellenplatz drei rangieren. Im ersten Spiel des Tages taten sich die Eisenacher gegen den Schmalkalder VV nur zu Beginn schwer und machten am Ende beim 3:0-Erfolg kurzen Prozess.
Bereits im ersten Spiel war die Halle zuschauertechnisch gut gefüllt – doch zum Spitzenspiel zwischen Eisenach und den TU-lern fanden noch ein paar Zuschauer mehr den Weg neben das Spielfeld (laut Gastgeberteam ca. 100 Zuschauer in der Spitze), um die Wartburgstädter zu unterstützen – Ilmenau hielt mit einem kleinen, sechs Personen starken „Fan-Block“ so gut es ging dagegen. .

Eisenach, 13. Januar 2018

SV Wartburgstadt Eisenach I

-

SV TU Ilmenau

3

:

2

19

 

25

27

 

25

25

 

22

23

 

25

15

 

12

Das Spiel begann nach ausgeglichenem und recht nervösen Beginn beider Teams sehr verheißungsvoll für die Uni-Städter. Durch eine Aufschlagserie von Stiehler, der aus einer starken Teamleistung herausragte, gingen die Ilmenauer mit bis zu neun Punkten in Führung. Zwar kamen die Gastgeber nochmals ein wenig auf – der 25:19-Satzerfolg blieb jedoch ungefährdet.
Und auch im zweiten Satz knüpften die Gäste zunächst an ihre starke Leistung aus dem ersten Satz an und gingen durch die guten Aufschläge von Youngster Brödler in Führung. Bis zum 18:13 lag man recht souverän in Führung – auch weil die beiden drittligaerfahrenen Eisenacher Schlöffel und Aßmann ein ums andere Mal erfolgreich geblockt werden konnten. Nach der Auswechslung vom bis daher gut aufgelegten Zuspieler Giese beim Stand von 18:16 verloren die TU-Jungs etwas den Faden. Die kleine und flache Halle ist zwar volleyballtechnisch gesehen in der ganzen Liga die mit Abstand Schlechteste – die Stimmung, die hier durch die Hallengröße in Kombination mit der Zuschauermenge aufkommt, ist jedoch vielleicht die Beste der Thüringenliga. So trieben die heimischen Zuschauer ihre Spieler nun zu Höchstleistungen, während den Ilmenauern insbesondere im Aufschlag unnötige Fehler unterliefen. Unter großem Jubel gelang den Wartburgstädtern somit der 27. Punkt in diesem Satz und damit der Satzausgleich.
Es entwickelte sich eine stimmungsreiche und hochklassige, aber zu jeder Zeit faire Partie – sowohl von den Teams als auch vom Publikum. Das Fehlen der Außenangreifer Hickethier und Tischendorf auf Seiten der TU-ler, wodurch Köbe und Stiehler hier auf eher ungewohnter Position agieren mussten, machte sich nun ein ums andere Mal bemerkbar. Hinzu kamen vermehrt Abstimmungsprobleme zwischen Zuspiel und Angriff. Diese Kleinigkeiten reichten, um diesen umkämpften Satz mit 22:25 zu verlieren.
Dass die Wartburgstädter im vierten Satz zunächst eine schwächere Phase erwischten, spielte den Ilmenauern in die Karten. Zwar ging man mit drei Punkten in Führung – hätte jedoch bereits für eine Vorentscheidung im vierten Satz sorgen können. Durch viele unnötige Fehler – insbesondere fünf Netzberührungen allein in diesem Durchgang – endete auch dieser erneut in einem Drama. Stiehler zeigte beim Aufschlag keine Nerven und versenkte den ersten Satzball zum 25:23.
Ein an Dramatik kaum zu überbietendes Spiel sollte also seinen Höhepunkt im Tie-Break finden. Doch dieser Entscheidungssatz, der sich normalerweise durch lange und umkämpfte Ballwechsel auszeichnet, entwickelte sich zu einem wahren Fehler-Festival. War es in der Vergangenheit oft die wacklige Annahme bzw. der lückenhafte Block, die ausschlaggebend für Niederlagen der TU-ler waren, so war diesmal in den entscheidenden Situationen das Angriffsspiel – eigentlich die Stärke der Ilmenauer – nicht ausreichend. Nach einem 5:8-Rückstand beim Seitenwechsel glich man den Spielstand beim 10:10 zwar nochmals aus. Eine insgesamt mäßige Tiebreak-Leistung der Ilmenauer reichte jedoch nicht zum Sieg, sodass der insgesamt 218. Ballwechsel nach rund 2:20 Stunden Spieldauer für die Entscheidung zugunsten der Gastgeber sorgte (15:12).

Eine insgesamt ordentliche Leistung der Ilmenauer war am Ende nicht ausreichend, um ein Spitzenteam der Thüringenliga – wozu sich der SV Wartburgstadt als Aufsteiger nach acht Siegen in Folge zweifelsohne entwickelt hat, zu besiegen. Nach dieser überaus ärgerlichen dritten Saisonniederlage muss man alle Ambitionen auf die Tabellenspitze wohl bereits vorzeitig begraben.

Für Ilmenau spielten: Köbe, Breuel, Brödler, Ecke, Giese, Ivanov, Stiehler, Ziehn

Gelesen 1031 mal Letzte Änderung am Dienstag, 16. Januar 2018

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