Herren

Thüringenliga
Sonntag, 17. April 2016

Den hohen Ansprüchen gerecht geworden

geschrieben von Sebastian Ziehn
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Die Volleyballer des SV TU Ilmenau schlossen die Thüringenliga-Saison 2015/16 als hervorragender Vize-Meister ab.

Nachdem man die letzten beiden Saisons in souveräner Manier absolvierte und jeweils ungeschlagen den Aufstieg schaffte, startete die Saison in Thüringens höchster Liga jedoch wenig verheißungsvoll. Gegen die etablierten Teams aus Römhild und vor allem gegen den SVV Weimar stand man bei den 1:3-Niederlagen doch so ziemlich auf verlorenem Posten. Dementsprechend lagen die Uni-Städter punktlos auf dem letzten Platz der Tabelle. Umso erstaunlicher ist es, dass man ab diesem Zeitpunkt das einzige Team der ganzen Liga war, das in jedem Saisonspiel mindestens einen Punkt holen konnte, was heißt: man gewann alle Spiele oder verlor lediglich im Tie-Break. So gelang gegen den SV Stahl Unterwellenborn am dritten Spieltag endlich der erste Sieg und Schmalkalden konnte nach einem aussichtslosen 0:7-Rückstand im Tie-Break doch noch sensationell in die Knie gezwungen werden. Gegen Gotha und Jena musste man zwar zwei sehr unnötige Niederlagen hinnehmen, doch denen gegenüber stand eine Reihe von Siegen, durch die man sich in der Tabelle immer weiter an die Konkurrenz aus Jena und Schmalkalden heran kämpfen konnte. Überragend war der Hinspiel-Sieg gegen den bis dahin noch ohne Satzverlust spielenden Tabellenführer aus Nordhausen – mit großer Wahrscheinlichkeit das hochklassigste Spiel der kompletten Saison. Und auch im Rückspiel konnten sich die TU-Jungs nach einem deutlichen 0:2-Rückstand immerhin noch in den Tie-Break kämpfen. Da die Konkurrenz aus Jena in der zweiten Saisonhälfte ein ums andere Mal schwächelte und Ilmenau das Rückspiel mit 3:0 deutlich für sich entschieden konnte, sprang am Ende tatsächlich noch der zweite Platz für den SV TU heraus.

Am Ende ist der zweite Platz auch verdient, da die Uni-Städter nach dem Nordhäuser Team über den stärksten Kader der neun Thüringenliga-Teams verfügen. Das lag auch daran, dass man sich in der Sommerpause neben Klemm und Stiehler mit weiteren starken Spielern (Giese, Schnathorst, Tischendorf) verstärken konnte, die gemeinsam mit den etablierten Spielern um Kapitän Marco Köbe eine schlagkräftige Gruppe stellten. Und auch in Hinblick auf die kommende Saison sind bei den TU-Jungs nur wenige bis hin zu gar keinen Fluktuationen absehbar.

Bemüht man den Blick in die Vergangenheit, so ist dieses Ergebnis das Beste, das je ein Ilmenauer Team in dieser Liga erreichen konnte, auch wenn man es ein wenig relativieren sollte, da die Liga vor einigen Jahren, als Ilmenau bereits dritte und vierte Plätze in Thüringens höchster Spielklasse erreichen konnte, insgesamt ein höheres Niveau hatte, was unter anderem der Einführung der dritten Liga vor wenigen Jahren geschuldet ist. Mit dem zweiten Platz bestand gar die Möglichkeit, ein Relegationsspiel gegen einen Konkurrenten aus Sachsen um den Einzug in die Regionalliga zu absolvieren. Nach intensiven Überlegungen entschied man sich jedoch gegen diese Möglichkeit, in die vierthöchste deutsche Liga aufsteigen zu können. Die Gründe dafür lagen einerseits bei dem deutlich höheren finanziellen und zeitlichen Aufwand, der durch die großen Fahrstrecken zu Auswärtsspielen entsteht. Ausschlaggebend für die Entscheidung waren jedoch in erster Linie die großen Zweifel daran, mit diesem Kader in der deutlich stärkeren Regionalliga konkurrenzfähig zu sein. Beispielsweise verlor man in der abgelaufenen Saison im Pokal gegen den Erfurter VC – ein Team aus dem Mittelfeld der Regionalliga – recht deutlich, obwohl der EVC lediglich mit sechs Spielern antrat – auch ein Indiz dafür, dass diese Liga noch eine Stufe zu hoch für die TU-ler sein dürfte. In der nächsten Saison dürfte der SV TU in der Thüringenliga zu den Favoriten gehören. Bis zum Saisonbeginn in September / Oktober bleibt jedoch noch viel Zeit zur intensiven Vorbereitung…

Gelesen 2215 mal Letzte Änderung am Sonntag, 17. April 2016

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